
Bio Platterbsen: Die vergessene Hülsenfrucht der Schwäbischen Alb
Wer heute an Hülsenfrüchte aus regionalem Anbau denkt, landet meist bei der Kichererbse. Dabei stand auf der Schwäbischen Alb lange eine andere Pflanze auf dem Feld: die Platterbse.
Eine der ältesten Kulturpflanzen Europas
Die Platterbse (Lathyrus sativus) gehört zu den ältesten domestizierten Pflanzen überhaupt. Archäologische Funde belegen ihren Anbau bereits vor mehreren tausend Jahren. Auf der Alb war sie über Generationen fester Bestandteil der Fruchtfolge, vor allem, weil sie mit den kargen Kalkböden und trockenen Sommern besser zurechtkommt als die meisten anderen Leguminosen.
Warum sie verschwand
Mit der zunehmenden Verfügbarkeit importierter Hülsenfrüchte im 20. Jahrhundert geriet die Platterbse in Vergessenheit. Kichererbse und Linse waren einfacher zu beziehen, und der Anbau lokaler Sorten lohnte sich für viele Betriebe nicht mehr. Dazu kam ein Imageproblem: In größeren Mengen und bei einseitiger Ernährung kann die Platterbse neurotoxisch wirken, ein Umstand, der historisch zu Anbaubeschränkungen in manchen Regionen führte. Bei normalem Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und bei den heute verwendeten Sorten mit niedrigem ODAP-Gehalt besteht dieses Risiko nicht.
Warum wir sie wieder anbauen
Die Trockenheit der letzten Jahre auf der Alb hat uns gezeigt, dass Pflanzen mit hoher Trockenheitstoleranz an Bedeutung gewinnen. Die Platterbse ist genau darauf ausgelegt: tiefe Wurzeln, geringer Wasserbedarf, zuverlässiger Ertrag auch auf mageren Standorten. Für uns ist sie damit keine Notlösung, sondern eine bewusste Entscheidung für eine Pflanze, die zu unserem Boden und Klima passt.
In der Küche
Geschmacklich ist die Platterbse milder und weniger dominant als die Kichererbse. Nach dem Kochen wird sie angenehm mehlig-cremig, was sie besonders gut für Hummus, Eintöpfe oder als Püree macht. Wer sie bissfester mag, verkürzt einfach die Kochzeit.
Ab November bei uns
Wir bauen die Platterbse seit diesem Jahr wieder an. Ab etwa November sind unsere Bio-Platterbsen aus eigenem Bioland-Anbau erhältlich. Mehr zu Herkunft, Zubereitung und Geschmack findest du auf unserer hier:
Mehr zu unseren PlatterbsenHäufig gestellte Fragen
Platterbsen (Lathyrus sativus) sind eine der ältesten Hülsenfrüchte Europas. Auf der Schwäbischen Alb waren sie traditionell fester Bestandteil der Fruchtfolge, bevor sie von importierten Hülsenfrüchten verdrängt wurden.
Nein. Beide sind Hülsenfrüchte, aber unterschiedliche Pflanzenarten. Platterbsen sind milder im Geschmack, werden beim Kochen mehlig-cremig und kommen mit trockenen, kargen Böden besser zurecht als Kichererbsen.
Ja. Bei normalem Verzehr im Rahmen einer ausgewogenen Ernährung und bei modernen Sorten mit niedrigem ODAP-Gehalt, wie wir sie anbauen, besteht kein gesundheitliches Risiko. Historische Bedenken bezogen sich auf einseitige Ernährung mit sehr großen Mengen über lange Zeiträume.
Nach kurzem Einweichen sind Platterbsen schneller gar. Sie eignen sich besonders für Hummus, Eintöpfe, Suppen oder als Püree.
Unsere Platterbsen wachsen auf den Kalkböden rund um Münsingen-Auingen, Bioland-zertifiziert, angebaut, geerntet und verarbeitet auf dem eigenen Hof.
Ab November, direkt in unserem Hoflädle und Online-Shop.