Welches UrDinkelmehl für welchen Zweck?
Was die Typenzahl bedeutet
Hell, dunkel, Vollkorn – so finden Sie das richtige Mehl.
Wer zum ersten Mal UrDinkelmehl kauft, steht vor der Frage: Typ 630, Typ 1050 oder doch Vollkorn? Die Zahlen wirken technisch, dabei ist die Erklärung ganz einfach. Die richtige Wahl macht den Unterschied zwischen einem gelungenen und einem enttäuschenden Backergebnis. Es gilt: Je höher die Zahl, desto mehr Randschichten des Korns wurden mitvermahlen – und desto dunkler, kräftiger und ballaststoffreicher ist das Mehl.
Typ 630 – Das feine Allroundmehl
Unser UrDinkelmehl Typ 630 ist das hellste der drei Mehle. Es wird vor allem aus dem inneren Mehlkörper des Korns gewonnen und enthält weniger Schalenanteil.
Eigenschaften:
- Helle, feine Struktur
- Milder, leicht nussiger Geschmack
- Gute Backeigenschaften, lockere Teige
Ideal für:
- Kuchen und Torten
- Feingebäck und Kekse
- Helle Brötchen und Weißbrot
- Rührteig und Biskuit
- Pfannkuchen und Waffeln
- Selbstgemachte Nudeln
Tipp: Typ 630 lässt sich in den meisten Rezepten 1:1 gegen Weizenmehl Typ 405 oder 550 austauschen. UrDinkelteige brauchen etwas weniger Flüssigkeit als Weizenteige und sollten nicht zu lange geknetet werden.
Typ 1050 – Das kräftige Brotmehl
Bei Typ 1050 werden mehr Randschichten des Korns mitvermahlen. Das Mehl ist dunkler, enthält mehr Ballaststoffe und Mineralstoffe und hat einen intensiveren Geschmack.
Eigenschaften:
- Dunklere Farbe
- Kräftiges, nussiges Aroma
- Mehr Biss und Struktur im Gebäck
Ideal für:
- Rustikale Brote und Mischbrote
- Herzhafte Brötchen
- Pizzateig und Focaccia
- Spätzle und Knöpfle
- Herzhaftes Gebäck
- Dunklere Pfannkuchen
Tipp: Typ 1050 ist das klassische Brotmehl. Wer ein reines UrDinkelbrot backen möchte, ist hier richtig. Auch für schwäbische Spätzle eine gute Wahl – der kräftigere Geschmack passt hervorragend.
Vollkornmehl – Das ganze Korn
Beim Vollkornmehl wird das gesamte Korn vermahlen. Mit Schale, Keimling und Mehlkörper.
Eigenschaften:
- Dunkelste Farbe, gröbere Struktur
- Intensivster Geschmack
- Höchster Gehalt an Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen
Ideal für:
- Vollkornbrote
- Kernige Brötchen
- Müsliriegel und Cracker
- Brot mit Sauerteig
Tipp: Reiner Vollkornteig kann etwas kompakter werden. Viele mischen Vollkornmehl mit Typ 1050 im Verhältnis 1:1. So bekommt man die Nährstoffe des vollen Korns und trotzdem ein lockeres Ergebnis.
Die Unterschiede auf einen Blick
| Vergleich | Typ 630 | Typ 1050 | Vollkorn |
|---|---|---|---|
| Farbe | Hell | Mittel | Dunkel |
| Geschmack | Mild, fein | Kräftig, nussig | Intensiv |
| Ballaststoffe | Weniger | Mehr | Am meisten |
| Beste Verwendung | Kuchen, Pizza, Feingebäck | Brot, Knöpfle, Pizza | Vollkornbrot |
Backtipps fürs UrDinkelmehl
Dinkel verhält sich etwas anders als Weizen – mit diesen Tipps gelingt jedes Rezept:
Weniger Flüssigkeit: UrDinkelmehl nimmt weniger Wasser auf als Weizenmehl. Starten Sie mit etwa 10-15% weniger Flüssigkeit als im Rezept angegeben und geben Sie bei Bedarf nach.
Kurz kneten: UrDinkelteige werden schneller überknetet als Weizenteige. Sobald der Teig glatt und geschmeidig ist, aufhören – sonst wird er klebrig und das Gebäck flach.
Ruhezeit gönnen: Lassen Sie UrDinkelteige vor dem Formen kurz entspannen (10-15 Minuten). Das macht sie elastischer und leichter zu verarbeiten.
Form verwenden: UrDinkelteige laufen beim Backen etwas breiter als Weizenteige. Für Brote empfehlen wir eine Kastenform oder einen Brotbacktopf.
Frisch genießen: UrDinkelgebäck trocknet schneller aus als Weizengebäck. Am besten frisch essen oder gut verpackt aufbewahren.
Unsicher?
Wer zum ersten Mal mit UrDinkelmehl backt oder sich nicht sicher ist, liegt mit Typ 630 richtig. Es ist das vielseitigste unserer Mehle: fein genug für Kuchen und Gebäck, aber auch geeignet für helle Brote und Brötchen. Rezepte mit Weizenmehl lassen sich damit am einfachsten umstellen – der Teig verhält sich ähnlich und verzeiht kleine Fehler. Wer den Geschmack von UrDinkel kennenlernen möchte, ohne gleich ins kalte Wasser zu springen, ist hier genau richtig.
Warum UrDinkelmehl?
Nicht jeder Dinkel ist gleich. Viele Sorten im Handel sind mit Weizen gekreuzt – für mehr Ertrag, aber auf Kosten der ursprünglichen Eigenschaften.
Unser Oberkulmer Rotkorn ist echter UrDinkel: genetisch rein, nicht mit Weizen gekreuzt, sortenrein angebaut. Der Unterschied zeigt sich im Geschmack – nussiger, voller, aromatischer – und in der Verträglichkeit. Viele Menschen mit Weizensensitivität berichten uns, dass sie unseren UrDinkel besser vertragen.
Das Korn stammt von unseren eigenen Feldern auf der Schwäbischen Alb um Münsingen, wird bei uns auf dem Hof gelagert und schonend vermahlen. Vom Korn bis in die Verpackung – alles aus einer Hand.









